Die Leber, Aufbau und Funktion

leber Die Leber stellt ein zentrales Stoffwechselorgan des Organismus dar, in welchem sowohl giftige Substanzen abgebaut als auch lebenswichtige Enzyme und Hormone gebildet werden. Während der
Verstoffwechslung befinden sich körpereigene Stoffe ständig im Umlauf, da sie der Leber zunächst durch das große Blutgefäß, die Pfortader zugeführt und danach in den verschiedenen Leberzellen einer Speicherung unterzogen werden. Einige Produkte, die in der Leber verarbeitet wurden, gelangen in den Blutkreislauf zurück.
Die Leberzellen sind aufgrund ihrer spezifischen Beschaffenheit und anatomischen Bauweise in der Lage, über diese Aufgaben hinaus gleichsam die Gallenflüssigkeit bereit zu stellen, die in der Gallenblase gesammelt und für die Spaltung von Fett aus den aufgenommenen Nahrungsmitteln benötigt wird. Die Leber beeinflusst somit die Tätigkeit des Verdauungssystems und das gesamte Wohlbefinden eines Menschen. Die Leber ist eine Drüse, die eine Entgiftung, Abfilterung, Speicherung, Erzeugung und Umwandlung verschiedener körpereigener, biochemisch und chemisch relevanter Produkte durchführen kann.
Um diese Aufgaben zu bewältigen, werden in den Leberzellen sogenannte Enzyme oder Katalysatoren gebildet. In der Leber entsteht das Vitamin D3, welches für die Versorgung des Knochensystems und der Zähne mit Kalzium verantwortlich ist. Ein Hormon, welches als leberspezifisch bekannt ist, wird als IGF-1 bezeichnet und erhöht sowohl den Aufbau der Muskelsubstanz als auch das Muskelwachstum. Eine weiteres Hormon, das aus der Leber stammt, ist das Angiotensinogen. Diese Substanz reguliert den Blutdruck und die Flüssigkeitsversorgung des Organismus.
Die Leber spielt eine wichtige Rolle im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, in der Leber erfolgt die Bildung von Lipoproteinen und speziellen Eiweißen, die im Blut für die Gerinnung
sorgen und große Bedeutung im Rahmen des körpereigenen Immunsystems besitzen. Die Funktion der Leber ist äußerst kompliziert. Dies ist ebenso kennzeichnend für deren Bau. Vier anatomische Segmente der Leber, die gleichsam als Leberlappen klassifiziert werden, stellen eine grobe Unterteilung der insgesamt etwa 1.400 bis 1.800 Gramm schweren Leber dar. Diese Lappen werden als Lobus hepatis dexter, Lobus hepatuis sinister, Lobus quadratus und Lobus caudatus in Abhängigkeit von deren Gestalt bezeichnet. Neben diesen Leberlappen ist die Leber durch 8 weitere Elemente gekennzeichnet. Die Leber wird durchzogen von verschiedenen Bändern, die zum Bauchfell führen. Darüber hinaus befindet sich in der Leber eine Vielzahl von großen und kleinen Blutgefäßen wie Venen und Arterien sowie der Gallengang, der gleichsam den Ductus hepaticus darstellt. Das Gewebe der Leber besteht aus den Leberzellen. Aufgrund dieser hervorragenden anatomischen Voraussetzungen ist die gesunde Leber in der Lage, alle körper- und lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen und ihrer Funktion gerecht zu werden.
Die Physiologie der Leber basiert auf der Zufuhr der mit der Nahrung aufgenommenen Stoffe aus dem Darmtrakt, was durch entsprechend involvierte Blutgefäße erfolgt. In diesem Zusammenhang besitzt das System der Pfortadern eine entscheidende Relevanz. In den Leberzellen werden die Verstoffwechslungs, Speicherungs- und Umbauvorgänge realisiert. In der Leber kommt es darüber hinaus zu einer Umsetzung des roten Blutfarbstoffs aus der Milz, woraus der Gallensaft entsteht. Durch spezielle Abbauprozesse können Stoffwechselendprodukte wie Bilirubin, ein Gallenfarbstoff, im Urin und im Kot ausgeschieden werden. Bilirubin bestimmt die Farbe der Ausscheidungen.